EVE Online – eine neue Spielerfahrung

Everquest-Pausen sollte man immer kreativ nutzen – und zwar am besten, in dem man sich mal ein anderes Spiel anschaut 😉

Den Anfang mache ich an dieser Stelle mal mit einem etwas außergewöhnlichen MMORPG namens EVE Online bzw. EVE – the second Genesis (über den Namen ist sich die Fachwelt noch nicht so ganz einig *g*). Der Einfachheithalter nenne ich das Produkt deshalb einfach mal EVE 😉

Eines vorweg: EVE ist kein MMORPG im eigentlichen Sinne; vielmehr würde der Begriff „Wirtschafts-Simulations-Rollenspiel“ passen. Im Gegensatz zu Spielen wie Everquest oder Dark Age of Camelot spielt das Ganze nämlich in einer weit einfernten Zukunft, ist somit als Science Fiction Spiel einzuordnen und hat auch rein gar nichts mit dem bekannten „Ich-kloppe-Monster-für-EXPs“ Spielprinzip am Hut.

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Wer den Klassiker Elite kennt, wird sich in EVE schon etwas heimisch fühlen, denn hüben wie drüben ist das Maß aller Dingen eine möglichst langstellige Zahl auf eurem Credit-Konto, oder anders ausgedrückt: es geht primär um das Geld-verdienen. Dies läßt sich über verschiedene Mittel erreichen: Handeln, Erz schürfen, Piraten jagen, Aufträge (= Quests) erfüllen, dem Bauen und Verkaufen von selbstproduzierten Gütern wie Waffen, Ausrüstungsteilen und ganzen Raumschiffen und last but not least das Einstreichen von Kopfgeldern.

Und damit sind wir auch schon bei einem zentralen Thema von EVE: dem PvP-Aspekt. Wie bei vielen anderen MMO-Spielen hat man es auch hier mit einem ausgeprägten Player gegen Player System zu tun, der ganze Gilden (auch Corperations genannt) in sogenannten Guildwars umfassen kann. Allerdings sind auch Einzeltäter unterwegs, die gerne mal einen wehrlosen Newbie ausknipsen. Und genau aus diesem Grund besteht die Möglichkeit, ein virtuelles Kopfgeld auf einen solchen PK auszusetzen. Wer es schafft, einen dieser berühmt-berüchtigten menschlichen Piraten zur Strecke zu bringen, darf die Prämie einstreichen.

Bis jetzt hört sich das alles allerdings noch recht wenig nach einem Rollenspiel an, so dass ich an dieser Stelle näher auf den RPG-Aspekt eingehen möchte: Was EVE von Elite und Freelancer nämlich unterscheidet, ist die Möglichkeit, seinen Charakter so zu formen, dass er genau die Aufgaben erfüllt, für die man ihn „geskillt“ hat. Neben den bewährten Rollenspiel-Attributen (Führungsstärke, Intelligenz, etc.), die sich ebenfalls steigern lassen, gibt es ganz spezielle Fähigkeiten, die in verschiedene Kategorien unterteilt sind. So ist es z. B. möglich, durch gezieltes Training zu einem besonders guten Piloten zu werden, der in der Lage ist, jegliche Raumschiff-Typen zu fliegen. Oder man entscheidet sich für die Karriere eines Erz-Schürfers und investiert all seine Trainingspunkte in das Erlernen besserer Minings- und Raffenerie-Techniken. Oder wie wäre es, einmal ein großer Kampfpilot zu sein? Dann wären die Skillpunkte vielleicht besser in das Erlernen von Waffensystemen und Naviationstechniken aufgehoben. Friedlebende Naturen können sich allerdings auch ein paar Produktions- und Forschungsskills aneignen und somit vielleicht zum größten Produzenten von Kampfschiffen werden. Logischerweise werden viele Skills miteinander kombiniert, denn was hilft es mir, wenn ich die tollsten Waffen bedienen kann, wenn es mir nicht möglich ist, ein dickes Raumschiff zu fliegen? Und wie komm ich überhaupt dazu, mir einen Schlachtkreuzer zu kaufen, wenn ich nicht vorher durch Erzschürfen oder derartiges etwas Geld verdient habe? All diese Fragen veranlassen den Spieler, das recht umfangreiche Skillsystem gezielt einzusetzen.

Der große Unterschied zwischen EVE und allen anderen Online-RPGs, die ich bislang spielte, ist der, dass man wie gesagt nichts töten muß, um Skillpunkte zu bekommen. Nein, man muß nicht mal online sein, denn EVE hat den einzigartigen Aspekt des Offline-EXPen *g*. Wie das funktioniert? Nun, man stellt den Skill ein, den man möchte, schläft ne Nacht und wenn der Skill nicht allzuschwierig war, ist er am nächsten Tag vielleicht schon fertig. Warum CCP, der Hersteller des Spiels, diese neue System eingeführt hat, ist klar: man wollte wohl den Powergamern, die 24 Stunden am Tag in einem Spiel hängen, die Möglichkeit nehmen, sich einen entscheidenden Vorteil vor den normalen Feierabend-Spielern zu sichern. Ich finde diesen Aspekt wirklich gut, denn seien wir ehrlich: das ewige Monsterkloppen in Everquest ist doch spätestens in den 50ern so langweilig wie die 3. Wiederholung einer 20 Jahre alten Derrick-Folge 😉

Um einen kleinen Eindruck des Spiels zu verschaffen, habe ich zwei neue Kategorien eingerichtet:

  • In den Stories gibt es einige sehr lesenswerte Geschichten zum Hintergrund-Szenario des Spiels zu finden
  • Und in der EVE Online-Gallery dürft ihr euch ein paar hübsche Screenies von verschiedenen Raumschiffen und Locations reinziehen, die aufgrund der genialen Grafik wirklich sehenswert sind!

In diesem Sinne,

Sothilein

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