Lineage 2 – Screenshots und abschließendes Fazit

Zum Ende der Open Beta (die nun auch schon ein paar Tage zurückliegt), möchte ich noch eine Reihe Screenshots zum Besten geben, die ich während meiner Reisen geschossen habe. Außerdem wird es Zeit, mein anfängliches Fazit mit den Erfahrungen der letzten Wochen zu komplettieren.

Zuerst aber das in der letzten News versproche Bild von Sothi mit neuem Schwert und Schild. Es war das letzte Rüstungs- und Waffenupgrade, das ich an meinem Avatar vollzogen habe.

Sothi in Bronze-Vollmontur. In der Hand: das rund 300k teure „Falchion“ und das traumhaft schöne Kite-Shield

Zum Fazit:

Meine anfängliche Einschätzung über die grafische Qualität des Spiels hat sich bestätigt: Lineage 2 ist mit Abstand das schönste Fantasy-MMORPG, das es derzeit zu kaufen gibt. Außerdem sage ich wohl nichts falsches, wenn ich behaupte, dass sowohl der Closed-, als auch der Open-Beta Test derart reibungslos und ohne schwere Bugs von Statten ging, dass sich Spiele wie Shadowbane, Horizons, EVE und Konsorten wirklich schämend in eine Ecke stellen sollten.

Der Rest vom Fazit und traumhafte Screenshots bekommt ihr mit einem Klick auf mehr.

Vorbildlicher Beta-Test

Bis auf die Tatsache, dass die Jungs in Austin anfangs nicht genug Server aufstellten (mit dem großen Andrang wurde nicht gerechnet), gab es keinerlei technische Probleme, die den Spielspaß ernsthaft getrübt hätten. Damit kann man wohl von der besten Beta-Phase sprechen, die jemals in einem MMORPG zu verzeichnen war. Selbst der Support funktionierte einigermaßen schnell und reibungslos – so lobt man sich das.

Trotzdem: NCSoft beging durch die Übernahme der Open Beta Charaktere einen schwerwiegenden Fehler: als „Neuspieler“ ist man ziemlich angeschmiert, wenn in einem unlimitierten PvP Spiel schon massenweise 30er mit extrem teurer Ausrüstung rumlaufen.

Zudem hat die Ökonomie als Ganzes einen schweren Schlag erlitten; die Massen an Koreanern und Chinesen, die die Open Beta nur dazu nutzte, um (teilweise mit Bots) Geld zu farmen, welches wiederrum auf Ebay verkauft wurde, ist alles andere als spielspaßfördernd. Immerhin kann man aber davon ausgehen, dass diese Summen in ein paar Monaten keinerlei Rolle mehr spielen – denn dann gehts um ganz andere Beträge.

Spielerische Aspekte

Betrachtet man die Engine des Spiels, den bisherigen Game-Content und auch den Siege- und PvP-Teil, so kommt man nicht umhin, positive und negative Seiten aufzuzählen. In der Summe all dieser Aspekte ist Lineage 2 eines der besten MMORPGs der letzten Monate – das muss man dem Spiel auf jeden Fall zugestehen. Richtig falsch macht das Spiel nämlich nicht. Einige Sachen sind sehr gut, einige nicht so gut – vieles Geschmackssache. Aber objektiv wird wohl niemand behaupten, dass das Game schlecht ist.

Trotzdem fällt es gegen die derzeiten Klassen-Führer „Everquest“ und auch „Dark Age of Camelot“ ab. Gründe hierfür sehe ich ganz persönlich vor allem im PvE Teil des Spiels.

Dieser ist stark auf Solo-Spieler abgestellt, was natürlich manchen Spielern zugute kommt, aber insgesamt dazu führt, dass es sehr eingeschränkte Gruppendynamik gibt. Im Vergleich zu Everquest, in dem eine gute Gruppe aus Tanks, Heilern, Slowern, Mezzern und Buffern besteht, die alle ihre speziellen Aufgaben haben, ist es bei Lineage 2 durchaus möglich, mit einem 2er oder 3er Team bestehend aus 1-2 Tanks und einem Heiler mehr EXPs zu ergattern, als in einer riesigen Gruppe.

Das liegt unter anderem auch daran, dass es einfach nicht genug unterschiedliche Zaubersprüche und Skills gibt. Die Tanks der Warrior- und Knight-Linie haben nur sehr begrenzte Möglichkeiten, was Spezialmoves angeht. Gerade in Sachen Nahkämpfe hat hier DAoC mit seinen etlichen Styles und Kombos deutlich mehr zu bieten, Everquest hingegen punktet mit der schier endlosen Vielfalt an Zaubersprüchen. Zum Vergleich: ein lvl 12 Enchanter hat in Everquest insgesamt mehr Zaubersprüche als ein lvl 30 Cleric in Lineage 2.

PvE – der lange Weg bis zum Endgame

Natürlich ist das eigentliche Endgame des Spiels das PvP bzw. die Belagerungen von Burgen. So können Gilden mit eroberten Castles Steuern für die Händler festlegen, die sich innerhalb der Burg befinden und vieles andere mehr. Clans haben die Möglichkeit, sich eigene Reittiere – ja sogar Flugdrachen zu züchten. Doch man darf nie aus dem Auge lassen, dass sich der PvE Teil in Lineage 2 schier endlos hinzieht. Bis man wirklich das letzte Level erreicht hat (ca. lvl 70), können ganze Jahre vergehen. Immerhin: Monster droppen auch mal besonders tolle Waffen oder Ausrüstung, zwar sehr selten, aber wenn man vorher Horizons gespielt hat, wird man selbst eine geringe Drop-Rate an besonderem Loot gerne in Kauf nehmen. Richtige Named Monster fehlen allerdings auch in Lineage 2 an allen Ecken und Enden – schade eigentlich.

Schlimmer noch ist jedoch die Eintönigkeit des Levelvorgangs. Dadurch, dass es keine Gruppentaktiken gibt, gewinnt das Spiel an Action. Das ist Segen und Fluch zugleich, denn man ist ähnlich wie in Diablo 2 stets damit beschäftigt, von einem Mob zum nächsten zu laufen, um ein neues Level und etwas Geld zu ergattern – und das immer mit den gleichen Standardangriffe.

Letztlich ist diese Art von Spiel nur für ganz hartgesottene Spieler geeignet, die über ein gehöriges Maß an Eintönigkeits-Resistenz verfügen. Witzig ist hierbei, dass dieses Spielprinzip bei den Asiaten besonders gut anzukommen scheint.

Wenn der Adrenalin-Spiegel steigt

All die Mühe macht natürlich die wunderschöne Grafik und das interessante PvP System wieder wett. Besonders letzteres läßt den Adrenalin-Spiegel bei großen und auch kleinen Schlachten deutlich höher steigen als es bei einem Everquest-Raid jemals möglich wäre. Sterben im PvP hat übrigens schwerwiegende Folgen: Neben den verlorenen EXPs kann es gut sein, dass man einen äußerst wertvollen Gegenstand „droppt“, den der Gegner dann aufheben kann. Wenn später Gilden gegen Gilden kämpfen, Zwerge ihre Belagerungsmaschenerie ins Leben rufen und der Sieger am Ende SEINE Burg beziehen kann… nun ja, das ist sicherlich als episch zu bezeichnen – nur leider konnte ich während der Open Beta bei Weitem nicht so weit vordringen, um solche Szenen zu erleben.

Das Gildensystem – eine Klasse für sich

Bleibt mir abschließend noch etwas zum Gildensystem zu sagen, welches ich als überaus gelungen bezeichnen würde: Eine Gilde besteht aus mehreren leveln. In lvl 0 besteht die Gildenanzahl aus maximal 10 Mitgliedern, das Emblem bzw. der Name der Gilde ist hierbei noch nicht über den Köpfen der Charaktere zu sehen. Erst mit höheren Leveln erhalten die Mitglieder mehr Rechte: so steigt die maximale Mitgliederzahl von Level zu Level immer höher an (bis maximal 40), das Recht ein Gildenwarenhaus und eine Clanburg zu besitzen, Gildenkriege anzuzetteln und Allianzen zu schmieden wird erteilt und ab lvl 3 darf dann schließlich auch der Gildenname stolz präsentiert werden.

Natürlich muss man sich diese Level erst schwer erarbeiten – das gilt insbesondere für den Gildenchef. Allein schon für Level 1 sind 30 000 Skillpunkte und 650 000 Adena notwendig. Bis level 5 gehen dann mehrere Millionen Skillpunkte und Adena über die Gildentheke. Da die Skillpunkte vom Leader allein bezahlt werden müssen, ist es wichtig, jemanden zu nehmen, der rund um die Uhr online ist – sonst steckt die Gilde irgendwann fest. Positiv ist auf jeden Fall die maximale Mitgliederbeschränkung von 40 Leuten. Gilden mit 80 oder mehr Mitgliedern, wie man sie aus anderen MMORPGs kennt, sind somit nicht oder nur über Umwege (Allianzen) möglich.

Lineage 2 hat mich, auch wenn ich das Spiel nach der Betaphase zu den Akten gelegt habe, durchaus überzeugt. Wer sich die Zeit bis World of Warcraft oder Everquest 2 verkürzen möchte, sollte unbedingt einen Blick in die Welt Aden riskieren!

Auch die Außengrafik weiß zu gefallen: ein wunderschönes Mondschein-Portrait (nein, ich werde nicht zum Werwolf *g*)

Mit neuer Waffe und neuem Schild hat der Imp nichts zu lachen

Das ist ein Ausblick, was? *g*.

Auge um Auge…

Ich glaube der Bär hat mir gerade einen Kinnhaken verpaßt *g*

In schönes Bild, das die Qualität der Grafikengine zeigt – ganze ohne Fake und Photoshop-Schminke

Kleiner Gildenausflug im Dunkelelfen-Dungeon

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Tolle Effekte sind eigentlich in jedem Kampf zu bewundern

Und *zack*! Man spürt förmlich die Action auf diesem Bild

Ich wusste schon immer, dass ich ein Heiliger bin *g*.

Noch ein Bild, das die Qualität der Engine gut zeigt – besonders das Monster sieht einfach „rund“ aus (nein, nicht nur weil der so fett is *g*).

Den Boden unter den Füßen verlieren: einer der ganz wenigen Lineage 2 Bugs, die mir untergekommen sind.

Spezialeffekte in bekannter Spitzen-Qualität: hier benutze ich gerade eine Teleportations-Rolle.

Gründe wie dieser Anblick rechtfertigen selbst die ödesten Level-Orgien *g*

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